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17.12.15

Wunschthema aus der Champagne: Rheinhessenwein

Deutsch-Französischer Praktikanten-Austausch mit unserer Partnerschule in Reims en Champagne geht in die dritte Runde – Bewährte Kooperation zwischen dem Deutsch-Französischen Sekretariat, dem DEHOGA und der BBS 1

„Scheurebe feinherb, am besten sogar mild“, stand ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Austauschschülerinnen und -schüler aus der Champagne während ihrer dreiwöchigen Entdeckungsreise durch die rheinhessische (Wein-)Landschaft. Unsere elf jungen Gäste absolvieren eine zweijährige gastronomische Ausbildung und besuchen dazu unsere Partnerschule, das Lycée professionnel Gustave Eiffel in Reims en Champagne.

Für die Planung des diesjährigen Austauschs in der Zeit vom 09.-28.11.2015 gaben uns die Kolleginnen und Kollegen aus Reims ein Wunschthema mit auf den Weg: Typische Geschmacksbilder ausgewählter Rebsorten in Rheinhessen kennen, beschreiben und empfehlen lernen. Diesem Wunsch nachzukommen, fällt uns nicht schwer. Sowohl die BBS 1 Mainz als auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), zwei von drei Säulen des Austauschprojekts, verfügen über ein gutes Netzwerk an Kontakten zur Weinwirtschaft und natürlich zu den Mainzer Ausbildungsbetrieben.

Die durch das Deutsch-Französische Sekretariat (DFS/SFA) – Geldgeber und Förderer des Austauschs in der beruflichen Bildung – vorgegebene Struktur sieht eine Zweiteilung des Aufenthaltes vor: In der ersten Woche folgen die Austauschschülerinnen und -schüler einem sozio-kulturellen, gastronomisch geprägten Rahmenprogramm, in der zweiten und dritten Austauschwoche erhalten sie Gelegenheit, in Küche oder Service eines Mainzer Hotels oder Restaurants aktiv mitzuwirken. Ein interessanter Nebeneffekt: Dieses Praktikum bekommen die Austauschschülerinnen und -schüler mit dem Europass zertifiziert.

Bestens beherbergt im Ibis-Hotel Mainz und exzellent verköstigt im neu gestalteten, ultramodernen Mitarbeiter-Restaurant des Hyatt-Hotels konnten wir unseren Gästen in der ersten Austauschwoche die Besonderheiten unserer Region durch folgende Aktivitäten näher bringen:

  • Besuch des Gutenberg-Museums mit Demonstration des Buchdrucks, anschließend Stadtführung
  • Exkursion in die Eisgrub-Brauerei, Bierherstellung und -verkostung
  • Beginn der Fastnachtssaison zum Mitmachen: Einlaufen aller Garden und Fastnachtsgruppen
  • Führung durch das Favorite Parkhotel als Beispiel eines privat geführten Traditionshauses
  • Untergrundführung in Oppenheim, Mittagessen im Weinhaus Hilbig, Besuch der Weinbaudomäne Oppenheim, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR): Arbeiten im Weinberg, Weinbereitung mit Produktionsbereich und Weinkeller, Verkostung von Weinen typischer Rebsorten in der Vinothek
  • Erkunden des Mainzer Wochenmarkts mit dem Schwerpunkt auf saisonalen und regionalen Spezialitäten
  • Besuch des Weinguts Porderhof in Saulheim: Weinverkostung mit rheinhessischen Spezialitäten, Fachvokabular zur Weinbeschreibung, Fassweinprobe; anschließend Empfang in der Weinboutique „Weinfasszination“: Weinangebot, Geschäftsidee und Marketingkonzept der „fünf jungen Winzer“

Der Porderhof unter der Regie des 23jährigen Winzers und Oenologie-Studenten Timo Walldorf dürfte zweifellos einer der Höhepunkte des Rahmenprogramms gewesen sein. „Chapeau“, lautete der Kommentar nach der Verkostung seiner biozertifizierten Weine, dem Genuss seines Bio-Traubensaftes und den rheinhessischen Spezialitäten vom Buffet. Timo Walldorfs Strategie und Leidenschaft, die Kultivierung der Scheurebe, als eine urtypische, in Rheinhessen (Alzey) gezüchtete Rebsorte, ging bei der Besuchergruppe vollends auf. Spätestens mit der Fassweinprobe seines jüngsten Erzeugnisses „Scheurebe 2015, mild“ gewann er alle Gaumen und Herzen seiner französischen Gäste.

Für den zweiten, berufspraktischen Teil des Aufenthaltes stellten folgende gastronomische Betriebe in Mainz Praktikumsplätze und damit ihr Know-How und ihre professionelle Unterstützung zur Verfügung: Atrium Hotel Mainz, Restaurant Bassenheimer Hof, Favorite Parkhotel, Geberts Weinstuben, Hyatt Regency Hotel Mainz, Novotel Mainz.

Allen Akteurinnen und Akteuren sowie allen verantwortlichen und entscheidenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern möchten wir an dieser Stelle für ihren Einsatz und ihre Kooperation besonders danken. Unser Dank gilt gleichermaßen unserem unermüdlich tätigen Fremdsprachenbegleiter, Herrn Gaetan Ngomsi, der uns jederzeit nicht nur eine sprachliche sondern auch organisatorische und vor allem menschliche Bereicherung war!

Fachwissen zu vertiefen und sich in die berufliche Praxis des Nachbarlandes einen Moment lang einzufinden ist ein zentrales Ziel, das mit dem Praktikanten-Austausch verbunden ist. Grundsätzlich sind es aber auch diese spontan geäußerten Beobachtungen und Erkenntnisse, die gewünschter Teil einer jeden interkulturellen Begegnung sind: „Die Leute gehen nur bei „Grün“ über die Ampel“, „Mainz ist eine sehr schöne und saubere Stadt“, „Die Menschen sind sehr offen und gastfreundlich“, „Es werden viele Gänse gegessen“, „Jetzt weiß ich was Knödel sind“ und schließlich „Wären da nicht meine Freunde und meine Familie, dann würde ich viel lieber noch bleiben.“ Ein wirklich schönes Fazit. So floss dann auch die eine oder andere Träne beim Abschied, Ausbilder und Mitarbeiter in den Betrieben sind zu echten Bezugspersonen geworden und ein Wiedersehen wird angestrebt.

Zunächst jedoch starten wir den Gegenbesuch in Reims. In der Zeit vom 29.02.-18.03.2016 haben zwölf zukünftige Köchinnen und Köche, Hotel- und Restaurantfachleute, Fachkräfte in der Gastronomie sowie Systemgastronomen der BBS 1 die besondere Gelegenheit, in die französische Sprache, (Ess-)Kultur und, vor allem, in die wunderbare Welt des Champagners einzutauchen. Wir freuen uns darauf!

 

 

 

 

 

 

 

Von: OStR‘ Heidi Petzold und LfP Jörg Schaberger

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