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16.01.16

Neues Erasmus+ Projekt startete in Island

Ein Flug, der wegen eines Sturms ausfiel, freundliche Gastgeber, atemberaubende eisige Weiten und spannende Projektarbeiten: Mit einer Reise in den hohen Norden Europas startete die BBS 1 Ende November ein neues Erasmus+ Projekt. Fünf Schüler der HBF DK 15 flogen mit ihren Lehrerinnen Petra Schlüter und Verena Kliche zu einem ersten Arbeitstreffen nach Island.

Erasmus+ ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union, welche die zweijährige Partnerschaft finanziell unterstützt. Kern der Zusammenarbeit sind fünf Treffen an jeweils einer der beteiligten Schulen. Die Rahmenbedingungen des Programms geben vor, dass nur ein kleiner Teil der Klasse und jeweils zwei Lehrer verreisen. Neben der BBS 1 und der isländischen Schule in Akureyri befinden sich die Partner in Aalborg, Dänemark, Chalon-sur-Saône, Frankreich, und Graz, Österreich. Die neue Verbindung entstand aus zwei vorangegangenen Comenius-Partnerschaften. Im Mittelpunkt der Kooperation steht das Hauptthema Nachhaltigkeit. Da Englisch die gemeinsame Sprache ist, lautet der Projekttitel entsprechend "Sustainability 24/7".

Den folgenden Bericht zur Reise nach Island haben die Schüler selbst verfasst:

Nach der spontanen Zwischenübernachtung im schönen aber kalten Reykjavik aufgrund eines ausgefallenen Fluges ging es gegen 8 Uhr am Montag, 23.11., zum Weiterflug in den Norden der Insel, nach Akureyri. Eine Stunde später durften wir endlich unsere Austauschschüler kennen lernen. Vor lauter Begeisterung über den atemberaubenden Anblick der Landschaft, konnten wir erst einmal die Austauschschüler gar nicht wahrnehmen. Mit selbst gemachten Plakaten wurden wir herzlich empfangen und drehten eine Runde mit dem Auto durch Akureyri, was eine wunderschöne kleine Stadt mit freundlichen Menschen ist. Nach der Führung sind wir in die Schule gegangen und dort durfte ich meine Austauschschülerin in die Klasse begleiten. Um 19 Uhr trafen wir alle Schüler des Erasmus-Programms in einer Pizzeria. Dort hatten wir die Gelegenheit, uns besser kennen zu lernen und uns über die Unterschiede in den verschiedenen Ländern auszutauschen.

Am nächsten Tag wurden alle Teilnehmer des Erasmus-Projekts zunächst in der Schule begrüßt und bekamen einen kurzen Überblick über den Tagesablauf. Ein Vertreter von Akureyris Stadtwerken hielt danach einen interessanten Vortrag über Islands Energiepolitik. So erfuhren wir, dass die Insel als einziges europäisches Land eine CO2-neutrale Energiepolitik vorweisen kann. Die Schüler wurden anschließend in international gemischte Gruppen aufgeteilt, die verschiedene Unternehmen in der Region besichtigten. Diese beschäftigen sich z. B. mit der Energiegewinnung aus Biomasse oder dem Recycling von Plastik zur Ölherstellung. Zum Mittagessen waren alle Gruppen wieder zurück in der Schulmensa als es draußen endlich hell wurde. In Island gibt es im Winter nur sehr kurze Zeit Tageslicht. Anschließend wurden Vorträge über die jeweiligen Unternehmen erstellt und auf Englisch präsentiert. Am Abend besuchten die Gruppen noch einen ganzjährig geöffneten Weihnachts-Laden, wo auch das Gruppenfoto entstand.

Am Mittwoch, 25.11., sind wir alle zusammen früh morgens in einem Bus mit unserem Reiseführer Jonas losgefahren, um uns Sehenswürdigkeiten im Nordosten Islands anzusehen. Unser erster Halt war der im Bau befindliche Autobahntunnel in Akureyri, aus dessen Ein- und Ausgängen heißer Dampf kommt. Eigentlich sollte er kurz vor der Eröffnung stehen, damit die Einwohner nicht mehr auf die witterungsanfällige Passstraße angewiesen sind. Doch beim Bau stieß man auf heiße Quellen, weswegen der Ausbau ruht. Wir durften in Begleitung eines Fachmannes ein paar Meter in den Tunnel gehen und man hat direkt gemerkt, wie heiß 70 Grad warmer Dampf ist. Danach sind wir auf eine kleine Farm gefahren, wo wir Ställe mit verschiedenen Tieren besichtigten. Aus der Tierwolle erstellt die Besitzerin liebevolle Kunstwerke, wie z.B. Tischläufer und die typischen Islandpullover. Unser nächster Halt war Goðafoss, ein 30 Meter breiter Wasserfall, der 12 Meter in die Tiefe geht. Dort haben wir atemberaubende Bilder geschossen mit dem fast hellblauem Wasserfall und dem Schnee. Nachdem wir genug Bilder für den Bilderwettbewerb des Projekts gemacht hatten, liefen wir über einen zugefrorenen See umringt von Vulkanen. Beim nächsten Halt gingen wir auf Lavafelder. Uns wurde gesagt, dass wir alle beisammen bleiben sollten, da man sich leicht zwischen den Felsen verirren kann. Unsere Austauschschüler erzählten uns von den Trollen in der Gegend. Wir haben tatsächlich welche entdeckt, doch die hier lebenden 13 Weihnachtsmänner Islands haben wir nicht bemerkt. Danach haben wir noch eine Führung in einer Firma bekommen, die geothermisch Energie produziert. Dann sind wir zum letzten Halt unserer Tour gefahren, dem Naturbad Jarðböðin. Das ist eine warme Quelle zwischen schneebedeckten Lavasteinen. Das Wasser ist hellblau, 32 Grad warm und der Boden besteht aus winzigen Lavasteinen. Es hat uns viel Überwindung gekostet bei -5 Grad in Badesachen zum Wasser zu laufen, aber zur Abenddämmerung um 16 Uhr wollten wir gar nicht mehr gehen. Zum Abschluss des Tages sind wir mit unseren Austauschschülern in eine abgelegene Hütte gefahren, wo uns die Isländer zeigten, wie sie Partys feiern.

Am Donnerstag haben wir uns alle wieder in der Schule getroffen, bewaffnet mit allen Bildern und Aufzeichnungen der letzten Tage, denn für heute wartete eine große Aufgabe auf uns: "Erstellt ein Erasmus-Magazin." Wir teilten die verschiedenen Aufgaben unter uns auf und fingen direkt an zu arbeiten. Wir erstellten ein Cover, Layout, Berichte und bearbeiteten die Bilder.

Alle waren fleißig und wollten eines erreichen: ein super Endprodukt! Als es dem Ende zuging, sangen unsere isländischen Gastgeber noch ein paar traditionelle Lieder für uns. Dann begann das erste "Tschüss" sagen, doch wir wussten, ein Teil wird sich im März in Mainz wiedersehen.

In einem kleinen Flieger ging es für uns zurück nach Reykjavik, wo wir diesmal planmäßig eine Nacht verbrachten. Abends waren wir mit unseren Lehrerinnen lecker Pizza essen und erzählten ihnen von unseren Eindrücken und schmiedeten erste Pläne bezüglich des weiteren Verlaufs des Projektes, wenn die Isländer, Franzosen, Österreicher und Dänen zu uns nach Mainz kommen werden.

Am Freitag, 27.11.2015, war unser letzter Tag in Reykjavik. Morgens gingen wir zusammen zum Polarlichtmuseum, denn leider hatten wir während unserer Zeit noch keine Polarlichter gesehen. Im November scheint es dafür noch zu warm zu sein. Das Museum war zwar klein, dafür aber sehr informativ. Es wurde zum Beispiel gezeigt, mit welchen Einstellungen man am besten Polarlichter fotografieren kann und wie Polarlichter und ihre Färbung entstehen. Am Schluss kam man in einen dunklen Raum mit einer großen Leinwand. Dort konnten wir die unterschiedlichsten Polarlichter in Videosequenzen betrachten. Wir blieben dort lange, weil sie so schön anzusehen waren. Nach dem Museum durften wir uns in kleinen Gruppen durch Reykjavik bewegen. Das Zentrum von Reykjavik hat uns sehr gut gefallen. In der Nacht hatte es 20 Zentimeter geschneit, weswegen alles ruhig und friedlich wirkte und wunderschön aussah in der Sonne. Es waren in der Stadt wenige Menschen unterwegs und man hatte nicht so richtig das Gefühl, in einer Hauptstadt zu sein. Es gibt in Reykjavik eine schöne Fußgängerzone und ein Einkaufszentrum. Dort haben wir unsere restlichen Kronen ausgegeben. Allerdings gab es dort vor allem Läden, die man auch aus Deutschland kennt. Wir sind deswegen mit dem Bus an den Hafen gefahren, um dort in einen Souvenirladen zu gehen für Viking-Snacks (getrocknete Fisch-Chips), Skyr und isländische Schokolade. Danach trafen wir uns alle in unserer Unterkunft. Wir kochten zusammen und den Nachtisch spendierten die Lehrerinnen. Einige ließen so die wundervolle Zeit ausklingen und andere packten Lunchpakete für die Heimreise in der Küche des Haupthauses, ehe es um vier Uhr in der Nacht mit dem Bus durch das tief verschneite Reykjavik zum Flughafen ging.

von:
Timo Daenekamp,
Marcia Hammer,
Kerstin Schneider,
Pailin Seipp,
Rebecca Wahl

StR’ Verena Kliche,
StR’ Petra Schlüter
&
StR Carsten Mey

 

 

 

 

 

 

 

 

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